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Gemütliche Lehrer würden gebraucht




Inhalt:



Das Büchlein enthält, ausgehend von einer auf Jeremias Gotthelf (!) abgestützten kritischen Haltung zum schulpolitischen und didaktischen Zeitgeist, eine Anzahl von Texten, die sich in erster Linie auf die Philosophiedidaktik beziehen. Der Leitsatz von Gotthelf erhellt auch den Buchtitel:

Es geschieht natürlich hier auch wie in allen Berufen, dass um des Vorteils willen, oder weil ihr Verstand diese Richtung hat, Menschen einen Beruf wählen, zu dem sie gemütlich durchaus unfähig sind; Kenntnisse halben muss ihnen das Recht, ihn auszuüben, erteilt werden, ja in mannigfacher Kunde und Fertigkeit mögen sie hervorragen unter ihren Berufsgenossen, und dennoch wird das Recht, das sie erhalten, der Beruf, der zum Schutz oder Heil der Menschheit geordnet und geschützt wird, zum zweischneidenden Dolch, mit welchem sie in den Herzen der Menschen wühlen.

Fünf Texte gelten didaktisch-methodischen Prinzipien,

angewendet auf für den Philosophieunterricht typische Unterrichtswege:

die Textlektüre,
das freie Unterrichtsgespräch,
die Gruppenarbeit,
das Erzählen und
das Prüfen.

Alle diese Texte gehen an das gleiche Problem heran: Wie kann eine Vorbereitung die Lehrperson nicht dahin lenken, eine möglichst perfekte Unterrichtsstunde zu produzieren, sondern sie umgekehrt frei machen, d.h. wie kann Lehrervorbereitung dazu geeignet sein, die Spontaneität und Heuristik im Unterrichtsgeschehen zu vergrößern?

Vier Texte geben einen Versuch,

die Haltung zu begründen, welche solcher Methodik zu Grunde liegt. Sie beziehen sich auf die Schulpolitik, nämlich:

auf deren grundlegende Paradoxie, die aus dem Wesen der Erziehung kommt (Der Widerspruch in der Idee der Erziehung),
auf die Außensicht der Schule als eines Ortes, wo sich gegensätzliche Gruppen streiten und streiten müssen (Schule, verstanden als Kampfplatz),
auf die unvermeidliche Anforderung an die Lehrer, neben Sachkompetenz auch Intuition zu haben (Amphodische Theorie, amphodische Praxis) und
auf die tiefere Ursache dafür, dass die in diesem Büchlein vertretenen Ideen keine Chance hatten, einen Einfluss auf die Schulwirklichkeit zu gewinnen (Aus der Froschperspektive).

Fünf Grundsatzpapiere

entwickeln die Ideen in Thesenform; die Thesen widersprechen einander nicht gerade direkt, zeigen aber eine - mutmaßlich regressive - Entwicklung von 1985 bis 2000 auf.

Das Büchlein schließt mit der Sentenz:

Philosophieunterricht,
der nicht Philosophie zu sein
beansprucht, anstrebt und versucht,
ist wie ein elendes Ehebett
oder ein garstiges Hurenhaus:
Sex ohne Eros.


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